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Sudan Reisen: Auf dem Weg zurück nach Deutschland

Wie bereits bekannt, schlecht geschlafen. 1/2 muslimische Morgentoilette ( also nur Hände gewaschen und Zähne geputzt, Füße nicht und an gehts mit dem TukTuk zum Bahnhof. War eine spontane Entscheidung, aber die Fahrkarten müssen vorab gekauft werden. Nicht für Geld und auch nicht für mehr Geld und auch nicht für gute Worte gab es Fahrkarten, also zum Busbahnhof.

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Hochmoderner Busbahnhof, mit so etwas habe ich nicht gerechnet! Fahrkarten für die 5 Stunden Fahrt von Atbara nach Khartoum bekommen, 10 Minuten später die Abfahrt. Fahrpreis 70 Pfund, also etwa 6 €. Moderner Bus, selbstverständlich chinesisch wie fast alles in diesem Land. Ich war so fertig daß ich mehrmals kurz eingeschlafen bin. Ich schlafe sonst fast nie bei Fahrten oder im Flieger. Im Preis inklusive ist ein Tee, Wasser, Kekse, Kuchen… Irre viel Leistung für das Geld
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Die Fahrt ist bequem, afrikanisch laut also Musik, Videofilm, Handygespräche und Unterhaltungen-alles gleichzeitig.
Ein Photo meine Fahrkarte, auf einem anderen ein Verkäuferjunge. Bei jedem Stop läuft eine Heerschaar durch den Bus und bietet Waren an. Dieser Junge jetzt 5 Minikaugummis für 1 Pfund, also gerade mal 9 Cent!

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Angekommen beim Bruder von Mohamed, Leiter eines Krankenhauses. Entsprechend groß war sein Haus. Dort erst mal unter die Dusche gesprungen, mit Jeans und Hemd, alles eingeseift (Erfahrungswerte, das geht so besser). Dann alles ausgezogen und weiter ausgewaschen und dann mich gründlich geduscht.  Schönes Gefühl.
Und dann in Ermangelung von Wechselklamotten und die ausgewrungenenen aber noch nassen Sachen rein und in die Sonne gestellt. Hemd ist nach 20 Minuten trocken. Die Jeans nach etwa 1 Stunde. Es geht alles. Irgendwie.
Eben extrem slow travel und sehr basic.
Abdellatif holt mich ab und wir wollen heute abend in den deutschen Club.

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Auf dem Weg dorthin bei einem türkischen Friseur eingekehrt. Das ist der Knaller, so etwas sollte man sich auch in Deutschland hin und wieder gönnen.
Reiner Männerfriseur, vermutlich deswegen dort alle Friseure hetero. Keine Anmeldung, kurze Wartezeit, wenige Worte und dann geht los.
Haarschnitt ist bei mir immer nur die Frage ob Stufe 2 oder 3 auf dem Rasierer. Dann aber den Bart rasieren. Kopf zurück und entspannen, Rasierschaum wird genüßlich einmassiert.
Dann rasiert und gewaschen.
Wer denk das war es jetzt der irrt:
Gepudert mit Elektrorasierer hinterher. Kopf zurück und die erste Gurken-Peeling-Gesichtsmaske meines Lebens bekommen.
Zum abwaschen nach vorne über das Waschbecken. Erst wird die Maske abgewaschen, dann mein Kopf shamponiert und gewaschen. Werde abgetrocknet, Nasen- und Ohrenhaare entfernt und zum Abschluß noch Gesichtscreme aufgetragen bekommen.
Wie neugeboren.
Wellness für 70 Pfund, 6 €!
In den deutschen Club, also das „German Guesthouse“ durften wir nicht rein! Ich schon, aber Abdelatif ist Sudanese mit deutschem Paß. Aber eben Sudanese bzw. ehemaliger Sudanese. Kein Zutritt.
Abdelatif ist „ein wenig“ cholerisch ausgeflippt von wegen Diskriminierung wegen seiner Hautfarbe und so weiter. Die Situation hatte schon ironische und sarkastische Dimensionen, war mir dennoch unglaublich peinlich.
Bis nach Hause haben wir Eiszeit gehabt.
(Und kein Bier wie gehofft)
Allmählich freue ich mich wieder nach Deutschland.
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Impressionen Sudan Gebäude

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